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Samstag, 11. April 2020

Aufruf zur Solidarität: Helene Prölß

Nicht nur Unternehmen in Deutschland geht es schlecht

Das möchte Helene Prölß per Video klar machen. Solidarität ist gefragt, mit den Ländern, die kein finanzielles Versorgungspaket anbieten.

In diesem Falle heißt das: wir sammeln untypischer Weise Spenden, damit unsere Partner die Krise überwinden. 

Mehr Infos zum Spendenaufruf gibt es auf unserer Website.

Direkt spenden?
Hier gehts lang:



Montag, 6. April 2020

Corona Soforthilfe-Unternehmer-Solidarität

Kleinunternehmer in Afrika-Indien-Lateinamerika:
Wir lassen Euch nicht im Stich!

 Was wir sonst wirklich nie machen, erscheint uns heute als das Gebot der Stunde: wir sammeln Geld für unsere Kleinunternehmer. Wir lösen nicht das Problem der zusammengebrochenen Märkte. 

Aber wir können Soforthilfe leisten: die gesamten Zuwendungen - absetzbare Spenden -  lassen wir den Unternehmern direkt zukommen als Corona Soforthilfe.

Wir sammeln für die engagierten Kleinunternehmer, die mit der Corona-Situation fast keine Chance haben, zu überleben. Sie brauchen  jetzt unsere Hilfe- für die Mieten, die Gehälter der MitarbeiterInnen, die Betriebskosten - einfach auch zur Unterstützung für nicht mehr vorhandenes Einkommen.

Was Regierungen dort nicht schaffen, ermöglichen wir mit unserer Unternehmer-Solidarität. Die Soforthilfe wird von uns in den Betrieben begleitet.

Ihre Solidarität jetzt https://stiftung-managerohnegrenzen.de/corona-soforthilfe/

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Direkt zum Spendenformular: https://stiftung-managerohnegrenzen.de/spendenformular/

Donnerstag, 30. Januar 2020

Michaela Erlmeier über Chaiim und die Rolle der Frau in Indien

“We Celebrate Women”

Ein starkes Statement, das insbesondere im Kontext mit Indien überraschend klingen mag.

In der öffentlichen Wahrnehmung ist es das traditionelle Rollenbild in Indien, das die über Jahrhunderte gewachsene patriarchalische Gesellschaft „feiert“.
Nach diesem widmet sich die Frau ausschließlich dem Wohl der Familie, vor allem nachdem sie infolge der zumeist arrangierten Heirat in den Familienverbund des Bräutigams eingetreten ist; die Erlaubnis ihres Ehemannes, arbeiten zu gehen, bleibt dabei immer noch die Ausnahme.

Die indische Frau im 21. Jahrhundert darf sich zwar über zahlreiche staatliche Bildungs-, Förder- und Schutzprogramme freuen, jedoch scheitert deren Umsetzung in der Praxis häufig an der tief verwurzelten, traditionellen Familienkultur.
 
Bei unserem Intensivseminar „Chances und Challenges“ vergangene Woche berichtete Michaela Erlmeier über ihren Einsatz bei Chaiim in Mumbai. Es ist ihr eine Herzensangelegenheit, die Geschichte hinter dem Unternehmen Chaiim publik zu machen.

Mit dem Slogan „We Celebrate Women” rückt die indische Nähwerkstatt Chaiim Humanitarian Clothing nicht nur ihre weiblichen Mitarbeiter in den Mittelpunkt, sondern feiert sie aufgrund ihrer Vergangenheit als women survivors:
Überlebende, die aus den Fängen des Menschenhandels befreit werden konnten und nun Mut und Willensstärke zeigen, zurück in die Gesellschaft zu finden und ein selbstbestimmtes, finanziell unabhängiges Leben zu führen.
Humanitarian Clothing ist bei Chaiim kein leeres Versprechen, denn die Frauen erhalten in der Textilproduktion faire, existenzsichernde Löhne bei menschenwürdigen Arbeitsbedingungen.

Als Volunteer Manager konnte ich im Sinne der Stiftung managerohnegrenzen das indische Unternehmen Chaiim Humanitarian Clothing mit Management Know-how unterstützen, um damit deren eigenständige wirtschaftliche Entwicklung weiter zu fördern.
Doch neben der Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze zeichnete sich das Projekt durch eine besondere gesellschaftliche Dimension aus:
Frauen, selbst jene, die zeitweise am äußersten Rand der indischen Gesellschaft standen, können einen Beruf erlernen, ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und auf eigenen Beinen stehen.
Für junge Mädchen, die aufgrund der noch immer weit verbreiteten Mitgift-Tradition als großes Armutsrisiko gelten, übernehmen diese Frauen eine wichtige Vorbildfunktion und leisten somit einen bedeutenden Beitrag auf dem Weg Indiens in eine moderne Gesellschaft.


Wenn ihr noch mehr über Michaela und ihrem Einsatz in Indien erfahren wollt, kommt ihr hier zu ihrem Gastbeitrag:
 

Donnerstag, 9. Januar 2020

Wie eine Orange zum König von Sambia führt

Unser Manager ohne Grenzen,
Manfred Klepacz, nimmt den Auftrag in Sambia
von Chief (König) Cooma entgegen:
160.000 Menschen in seinem Chiefdom warten
auf Unterstützung im Rahmen seiner
Aufbauinitiative.
Sambia. Die größte Stadt ist Lusaka. Etwa jeder achte Einwohner des Landes lebt in der Hauptstadt. Manfred Klepacz war nur kurz dort. Für Manager ohne Grenzen war er für vier Wochen in einem Dorf im Nirgendwo. 50 Kilometer entfernt von der nächsten Stadt, die wiederum sechs Stunden von der Hauptstadt entfernt liegt. Manfred kann seiner Frau am Telefon keine genaue Adresse von seinem Aufenthaltsort nennen. Nur GPS-Koordinaten führen ihn zum Ziel.
„Es gibt keine Autos, das Dorfleben findet in der Familie statt, aber dafür haben sie hier den tollsten Sternenhimmel, den ich je gesehen habe“, schwärmt der pensionierte CEO eines internationalen Chemieunternehmens über seinen Projekteinsatz.
Durch GPS-Koordinaten
 gelangt Manfred nach langer Reise
letztendlich an sein Ziel in Afrika.

Manfreds Projektpartner ist der Headman (Bürgermeister) des Dorfes, Jonsen, der ihn hier mit Frau und vier Kindern erwartet. Manfred bekommt für seine Zeit sogar eine eigene Hütte, ein großes Privileg. Und ist es denn nicht so, dass man als Weißer erst mal mit Argwohn betrachtet wird? „Nein, ganz im Gegenteil. Immer hat sich irgendwer für meine Hilfe bedankt. Und Jonsen ist wirklich ein faszinierender Mensch.“
Ähnlich wie Manfred blickt Jonsen auf eine spannende Unternehmerkarriere zurück. Er habe Anfang 2000 mit neun anderen Frauen und Männern aus dem Dorf eine Initiative gegründet: Nähmaschine wurden angeschafft, um Schuluniformen zu nähen. Dieses Business laufe mittlerweile autonom, Jonsen habe es in die Hände der Einheimischen zurückgegeben. Jonsen sprühe vor Ideen und Unternehmergeist, sei kaum zu stoppen, berichtet Manfred. Dessen jüngstes Projekt sei nun eine Orangenplantage, die er mit seiner Frau entwickelt. „Die Plantage soll als Musterplantage dienen. Mit dabei ist auch ein Trainingscenter, um anderen Farmern in der Region best farming practice beim Aufbau und Administration einer Plantage zu bieten“, erklärt Manfred. Die Orangenplantage soll Jonsens Familie für die nächsten vier Jahre ernähren.

Jonsen ist Dorfältester, Bürgermeister, Entscheider. Nach einigen Dürrejahren und ausbleibender Maisernste hat er sich für die Orange entschieden. Denn Orangen-Plantagen bieten zusätzliche Einnahmequellen und in Afrika gibt es einen existierenden Markt für High-Value-Food.

Doch so einfach ist der Anbau von Orangen nicht. Für ihre Entwicklung benötigen sie Wärme, Sonne, Wasser, ausgeklügelte Anbaumethoden und Pflanzenschutz. Hitze vertragen die Bäume gut, Wassermangel dagegen schlecht. Für die Plantage musste also ein Brunnen gegraben werden. Jonsen arbeitet mit einer solarbetriebenen Pumpe. Die Plantage betrachte er nicht nur als reine Einnahmequelle, sondern auch als „eine Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen“. Er lädt andere Farmer ein, und zeigt, wie sie die Kraft der Sonne nutzen können, um mit dieser Wasser zu schöpfen. 
Die ersten Orangenbäume tragen bereits Früchte
Beim Gottesdienst versammeln
 sich alle umliegenden Dorfbewohner;
das können oft bis zu 500 Menschen sein.
Manfred hilft mit seinem Knowhow aus kommerzieller Sicht. Er unterstützt Jonsen bei der konzeptionellen Planung und Kalkulation der Plantage. „Wie viele Orangen können gepflanzt, wie viele geerntet werden, wie groß muss die Ernte sein, um das Darlehen zu begleichen, wie hilft eine Software, wie Excel dabei, und wie setze ich diese Tools am effektivsten ein?“ Bei all diesen Fragen und weiteren steht Manfred Jonsen als Gesprächspartner und Coach zur Seite. Gemeinsam entwickeln sie einen strategischen Businessplan für die Plantage und erarbeiten Vertriebsstrategien für die Vermarktung. Außerdem zeigt er Jonsen in sales trainings, wie dieser sein Wissen bestmöglich an andere Farmer weitergeben kann.
Das Trainingscenter, das interessierte
 Farmer der Region einlädt, best practice Erfahrungen zu sammeln

Aber nicht nur Jonsen arbeitet an seinen Präsentations-skills, auch Manfred selbst muss sich und sein Können unter Beweis stellen: Die Einführung in die Dorfgemeinschaft erfolgt für ihn über den Gottesdienst. Hier wird er aufgefordert eine spontane Rede über sich und seine Reise nach Sambia zu halten und schüttelt nach der Kirche alle 400 Hände, die ihm neugierig entgegengestreckt werden. Jeder möchte den Neuankömmling persönlich begrüßen. Für Manfred kein Problem “wir bauen Brücken.“

Gegen Ende des Einsatzes nimmt Jonsen Manfred mit zum Palast, wo der Manager ohne Grenzen Chief Cooma von Sambia kennenlernen soll. Aus den ursprünglich geplanten zehn Minuten Händeschütteln entfacht eine vierstündige intensive Diskussion mit dem König. Das Thema: die Zukunft Sambias. Cooma stellt Manfred sein Infrastrukturmodell zur Entwicklung der Community vor, welches er mit anderen Senior-Headmen erarbeitet hat und für das er dringend Menschen braucht, die ihm bei der Umsetzung helfen. Und Coomas Reichweite ist beachtlich: Der Chief zählt 160.000 Leute in seinem Kingdom. Nach diesem ersten Kennenlernen gibt es bald weitere Treffen zwischen Manfred und dem König, in denen Köpfe rauchen und Pläne immer konkreter werden.

An der Organisation Manager ohne Grenzen schätzt Cooma besonders das fortschrittliche Denken, für seine Community lebt er nach dem guiding principle:„Wir nehmen zwar gerne Hilfe an, aber wir wissen, wenn wir Hilfe erhalten, müssen wir hart arbeiten, um zu beweisen, dass wir diese verdient haben.“ Das deckt sich mit der Philosophie von Manager ohne Grenzen: Lokaler Ownership muss kreiert werden, um Armut langfristig zu bekämpfen.

Kehrt Manfred bald zurück nach Sambia? „Aber sicher, und zwar bereits in drei Monaten.“ Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie unterzeichnet er für Manager ohne Grenzen den Vertrag (MoU) zur Umsetzung des Entwicklungsplans für Cooma Chiefdom und weitere Projekte ähnlich der Orangenplantage.

Und Jonsen? Der sei, so Manfred, jetzt gut aufgestellt und bekräftige erst mal ohne weitere Unterstützung klarzukommen. Er werde ihn vielleicht wieder in einem Jahr besuchen, wenn die Orangen blühen, die sie gemeinsam gesetzt haben …

Dienstag, 17. Dezember 2019

Pressekonferenz im Schloss Solitude

Burundi - der Weg aus der Armut

Dr. Alois Misago, Helene Prölß und Hermann Berkhan (v.l.n.r.)
Burundi ist ein kleiner Staat in Ostafrika mit etwa der Einwohnerzahl von Baden-Württemberg aber einem Drittel weniger Fläche. Mit einem BIP von 280,00 EUR und einer Armutsgrenze von über 60 Prozent gehört es zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Land ist stark von der Landwirtschaft, vor allem dem Ackerbau abhängig.

Der Anteil der Studenten an meist privaten Universitäten in Burundi liegt gerade einmal bei 0,3 Prozent von denen 65 Prozent nach Abschluss des Studiums ohne Job bleiben. Der Staat hat als Hauptarbeitgeber des Landes die Einstellungen gestoppt. Zusätzlich fehlt es dem Land, trotz seiner überschaubaren Größe, an der notwendigen Kommunikation zwischen Hochschulen und Unternehmen.

Hermann Berkhan bei seinem Einsatz 2018 in Burundi
Um diesem Defizit entgegen zu wirken entwickelte der Dekan der Wirtschafts-wissenschaftlichen Fakultät der Université du Burundi Dr. Alois Misago die Idee einer Plattform auf der sich Universitäten, Studenten und Unternehmen austauschen können. Die Academia Public Private Partnership-Plattform – kurz APPP-Plattform – soll unter anderem die Vermittlung von Praktika oder auch die Zusammenarbeit in der Forschung unterstützen.
Als Stiftung managerohnegrenzen tragen wir zu einem weiteren Puzzleteil der Plattform bei. Wir beraten die beteiligten Unternehmer und geben den Studenten die Möglichkeit, zusammen mit unseren Managern aus Deutschland, als Young Leader bei verschiedenen Projektberatungen integriert zu sein  und so für mehr Praxiserfahrung bei den Studierenden zu sorgen. Gleichzeitig ermöglichen wir durch die Koordination eines neu gegründeten Business HUBs weitere Arbeitsplätze und Wirtschaftskontakte.

Um das Thema in der Öffentlichkeit bekannt zu machen luden wir zu einer Pressekonferenz im Schloss Solitude ein. Zusammen mit Manager Hermann Berkhan, welcher selbst vergangenes Jahr für sieben Wochen ein Projekt in Burundi aufbaute stellte er sich den Fragen der Journalisten.

Heute wurde der Bericht von der Stuttgarter Zeitung veröffentlicht. 


Mittwoch, 11. Dezember 2019

News aus den Projekten: Ein Gastbeitrag von Michaela aus Indien

Michaela war von November bis Dezember 2019 im Einsatz in Indien und berichtet von Ihren Erfahrungen:

“This experience will definitely change you!“

Kurz nach meiner Ankunft in Mumbai waren dies die Worte von Keith, meinem Projektpartner vor Ort. An seiner Aussage habe ich seither keinen Moment gezweifelt...

Bereits 5 Tage nach meinem Intensivseminar bei managerohnegrenzen habe ich meine Zusage als Volunteer Manager für CHAIIM Humanitarian Clothing, einer Nähwerkstatt in Mumbai, gegeben, die sog. 'women survivors' beschäftigt, Frauen, die aus dem Menschen-Handel befreit werden konnten.
Die Profite der Company fließen ausschließlich der CHAIIM Foundation zu, die sich um die Rehabilitierung und Resozialisierung dieser Frauen kümmert: von der sicheren Unterbringung über psychologische Betreuung bis hin zur schulischen und beruflichen Ausbildung.

Dieses Projekt, wofür die indischen Gründer Keith & Ramona bereits 2013 ihre geregelten beruflichen Laufbahnen aufgegeben haben, hat mich sofort beeindruckt und die letzten Zweifel an einem Einsatz ausgeräumt.

Seit Anfang November 2019 unterstütze ich nun CHAIIM Humanitarian Clothing darin, ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell für ihre Auftragsfertigung zu entwickeln. Die Aufgaben reichen von Potenzialanalysen und Zielgruppen-Definitionen bis hin zu Marketingplänen, Website-Konzeptionen und Preismodell-Kalkulationen.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist es absolut entscheidend, sich auf den Partner vor Ort mit Geduld, Respekt und Empathie einzulassen, seine sozio-ökonomischen Umstände zu berücksichtigen und mehr auf die Vermittlung von Inhalten im Sinne von Management Know-how als auf die Implementierung ausgefeilter Tools zu setzen. 
Die Zusammenarbeit mit Keith & Ramona ist sehr inspirierend. Sie sind höchst motiviert und absolut aufgeschlossen für neue Sicht- und Arbeitsweisen.

Neben der erfüllenden Aufgabe lerne ich Mumbai an der Seite von „Locals“ kennen, eine Stadt, die lebhafter und kontrastreicher nicht sein könnte.
Mit meiner AirBnB Host und 2 Hunden teile ich mir eine Wohnung im Stadtteil Dahisar, ca. 45 Minuten mit dem Zug vom Stadtzentrum entfernt. Als Ausländerin bin ich dort eine absolute Exotin - und beliebtes Fotomotiv.

In das bunte Straßenbild mit Fisch- und Hühnermarkt, Tempeln und Straßenküchen mischen sich sehr viel Armut und Elend. Gehwege, Mittelstreifen und Brücken sind das Zuhause zahlreicher Familien; rund 60% der Einwohner Mumbais leben in Slum-ähnlichen Behausungen. Diese Szenerie, geprägt von harten Gegensätzen, begleitet mich auf meinem täglichen Arbeitsweg, den ich mit einer typischen Auto-Rikscha zurücklege.

In der Arbeit wiederum erfahre ich viel über die Vergangenheit der 'women survivors'-Lebensgeschichten, die sehr nahe gehen, und mit unserer Lebenswirklichkeit in der Regel nichts zu tun haben.
All diese Eindrücke wie auch intensiven Gespräche mit meinen Arbeitskollegen und meiner warmherzigen indischen Gastgeberin haben mir den Zugang zu einem Land geöffnet, das mir in seinem soziokulturellen Gefüge zunächst so unüberwindbar fremd erschien. 
Doch letztendlich geht es „nur“ darum, anderen Kulturen und Menschen mit größtmöglicher Offenheit und einem unvoreingenommenen, ehrlichen Interesse zu begegnen.
Und plötzlich entstehen Nähe und Verbundenheit mit dem „Fremden“ - was die beste Grundlage für ein friedliches und wohlwollendes Miteinander ist.

Indien wirkt und wird noch lange nachwirken...


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Du möchtest auch wie Michaela ins Ausland reisen, Wissen vermitteln und Unterstützung geben?
Dann melde Dich doch direkt zu unserem Intensivseminar im Januar an.
Alle weiteren Infos dazu findest Du hier.







Dienstag, 3. Dezember 2019

Das neue Jahr mit guten Vorsätzen starten. Bist du dabei?


INTENSIVSEMINAR CHANCES & CHALLENGES
24.+25.Januar 2020 Hier geht’s zum Film

Als Vorbereitung für Deinen Einsatz, ganz gleichgültig in welchem Land und in welchem Projekt, ist dieses zweitägige Intensiv-Vorbereitungs-Seminar für jeden „Manager ohne Grenzen“ „Pflicht“.

Auf Dich wartet ein vielseitiges und anspruchsvolles Programm. Du erarbeitest Lösungsempfehlungen für den Alltag im Projekt, erfährst hautnah typische Herausforderungen in Form von Fallübungen und entwickelst gemeinsam mit Deinem Team konkrete Lösungsvorschläge, die Du am Ende Deiner Gruppe präsentierst. Außerdem hast du in den zwei Tagen die Chance auf Social Entrepreneurs und Manager- Rückkehrer zu treffen, die von ihren Einsätzen und Projekten berichten. Und noch mehr, Du erhältst auch via Liveschaltung erste Eindrücke von unseren Einsatzorten und möglichen Projekten. Den Abend lassen wir mit einem bunten Programm der hauseigenen Eventreihe „Afrika Hautnah“ ausklingen.

Klingt spannend? Lade Dir jetzt die Einladung für das Intensiv-Seminar als PDF herunter oder melde Dich direkt hier an. Bei Fragen schicke uns gerne eine Mail an kontakt@managerohnegrenzen.de.


Donnerstag, 28. November 2019

1% Deal für Afrika


„Firmen und deren Führungskräfte können es sich nicht mehr leisten, ihre unternehmerischen Ziele von den sozialen Fragen um sie herum zu trennen,“ schreibt Benioff. In der „New York Times“ forderte er vor Kurzem unter der Überschrift „Wir brauchen einen neuen Kapitalismus“ etwa höhere Steuern.
Benioff, ein Außenseiter, der nie ein Computerfreak war, sondern Marketingmensch, hat von Anfang an seinem Unternehmen soziales Engagement verordnet. Ein Prozent des Eigenkapitals, ein Prozent der Arbeitskraft der Mitarbeiter und ein Prozent der Produkte und Dienstleistungen sind für soziale Zwecke reserviert.
Marc Benioffs Unternehmen Salesforce ist mit über 5.000 Mitarbeitern einem Jahresumsatz von umgerechnet rund zwölf Milliarden Euro ist heute das größte Unternehmen in San Francisco. Er hat etwas geschafft!

Diese Informationen, in der Stuttgarter Zeitung vor kurzem entdeckt, stimmen uns hoffnungsfroh, dass auch wir ein Feuer entzünden können für den 1% Deal für Afrika, den wir schon lange planen. Wir wollen viel bewegen: möglichst viele Sozialunternehmen, Startups oder Klein- und Mittelständige Unternehmen so zu unterstützen, dass sie erfolgreich werden und mit ihren Einkommen als Unternehmer oder als Angestellter, ihre Familien ernähren können. Wir gründen Business-Center in vielen Afrikanischen Ländern, die Business HUBS by managers-without-borders. Gemeinsam mit lokalen Partnern beraten wir die Unternehmer in ihrem eigenen Aufbau, in  ihrer Region, ihrem Lande, direkt vor Ort. Hunderte von Führungskräften gehen mit uns in die Einsätze. Ihre Unterstützung hilft unmittelbar, die Armut zu besiegen: end poverty with the power of business.
Ihre Entscheidung sollte also nur noch sein, wovon Sie 1% zu Verfügung stellen wollen, für den großen 1% Deal für Afrika.
1%  vom Monatsgehalt? Vom Jahresgehalt?  1% des letzten Investments?
Gemeinsam mit Ihnen investieren in die Wirtschaftskraft, die die Armut besiegen wird. Und lassen uns überraschen, was wir bewegen können. Welcome!
Weiter Informationen erhalten Sie über kontakt@managerohnegrenzen.de



Dienstag, 17. September 2019

Seminar Highlight "AFRIKA HAUTNAH"

Portrait von Enam Bosokah
"AFRIKA HAUTNAH" ist eine kleine aber feine Eventreihe, die Helene Prölß ins Leben gerufen hat.
Es geht darum Afrika zu verstehen zu erleben- und das weit hinter den herkömmlichen Stereotypen.
"Afrika hautnah " soll dazu anregen seine Perspektive zu verändern, zu hinterfragen aus welchem Blickwinkel wir Afrika betrachten.

Kofi Annan der ehemalige UNO-Generalsekretär sagte eins: "To live is to choose. But to choose well you must know who you are and what you stand for, where you want to go and why you want to get there."
Das ist nicht nur das Motto der ghanaischen Galerie in Stuttgart sondern auch gleich ihr Name.
Die Galerie "to choose" wird liebevoll von Monika und ihrem Sohn Lars geführt, in der sie ausschließlich ghanaische Künstler vertreten.

Deswegen wird diese Mal "AFRIKA HAUTNAH" als Seminar Highlight in der Galerie "to choose" stattfinden. Mit dem Schwerpunkt afrikanische Kunst. Es geht darum zu zeigen was es heißt Kunst in Ghana zu machen und was es bedeutet Künstler dort zu sein. Denn Kunst in Afrika bedeutet, mehr als nur hölzerne Masken.

Das zeigt auch der Künstler Enam Bosokah sehr eindrücklich, von dem das oben gezeigte fotorealistische Portrait ist. Kaum zu glauben, dass er nur mit einem Ball Point Pen arbeitet.

Auch in Bezug auf die Arbeit die managerohnegrenzen leistet ist es wichtig sich immer wieder zu hinterfragen warum tun wir das und wo wollen wir hin?
Wir wollen Armut nachhaltig mit wirtschaftlicher Kompetenz besiegen. Wir wollen die Wertschöpfungskette Bildung zu ende denken. Denn bei aller Bildung muss es danach auch Unternehmen geben in denen gearbeitet und weitergebildet werden kann.

Wir wollen in unserer Reihe "AFRIKA HAUTNAH" zeigen dass man Afrika anders kennen lernen kann sei es im bereich Kunst, Literatur oder Wirtschaft. Und dass in Stuttgart.

Bei Interesse bitte Rückmeldung bis 20.09.2019 damit wir disponieren können. Die Teilnehmerzahl ist, bedingt durch die Größe der Galerie, begrenzt.

E-Mail bitte an: kontakt@managerohnegrenzen.de

Donnerstag, 1. August 2019

Sprechen wir über Afrika...

…mit Theresa Janke

Theresa
mog.: Für die, die dich noch nicht kennen, stell dich erstmal vor.

Theresa: Mein Name ist Theresa, und ich bin 32 Jahre alt. Ich war für einen Monat in Uganda und habe dort ein Solarunternehmen unterstützt. Ich habe als Produktmanagerin bei einer Versicherung gearbeitet, bis ich mich dazu entschieden habe, Menschen mit meinem Wissen etwas zurück geben zu wollen und meine Arbeit dem Thema Nachhaltigkeit zu widmen. Dafür bietet mog genau die richtigen Projekte.


mog.: Du warst im Tandem unterwegs, in unserem Young Leader Programm. Wie war das für dich?

Theresa: Es war absolut bereichernd und ich will das nicht missen und würde das genau so wieder machen. Und allen anderen das auch empfehlen, wenn sie bereit sind im Tandem zu gehen. Man lernt wahnsinnig viel voneinander. Es hat sehr viel Spaß gemacht und wir haben uns gut verstanden. Es war einfach sehr hilfreich sich jeden Tag intensiv Auszutauschen und hat uns beiden geholfen, die Zeit dort zu verarbeiten, die ganzen Erlebnisse einzustufen und unser Bild gemeinsam zurecht zu rücken.

mog.: Wie würdest du die Mentalität der Menschen in Uganda beschreiben?

Theresa: Sehr freundlich, sehr lebensfroh, es fühlt sich sehr bunt an, sehr quirlig.

mog.: Was glaubst du sind die größten Herausforderungen für Uganda?

Theresa: Eine große Herausforderung ist die Versorgung mit Elektrizität. Denn nur 26 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu Elektrizität, welche zudem sehr teuer und nicht sehr verlässlich ist. Und in ländlichen Gebieten sind es gerade mal 8 Prozent. Das ist ein Teufelskreislauf, denn so sind weniger als 10% des Landes industrialisiert. Daraus folgt, dass sämtliche Produkte importiert werden müssen und überhaupt keine eigene Wirtschaft möglich ist.

mog.: Weißt du von wo importiert wird?

Theresa: Von überall her. Wenn Kerstin und ich morgens am Frühstückstisch saßen, haben wir geschaut woher die Produkte kommen. Beispielsweise aus: England, Indien und Ägypten.

mog.: Und was ist deiner Meinung nach Ugandas größte Chance?

Theresa: Es steckt wahnsinnig viel Potential in Uganda, vor allem der Solar Markt ist riesig. Wenn man gerade dort ansetzt, kann man viel bewegen. So kann durch die Versorgung des Landes mit Strom auch eine Industrie aufgebaut werden.

Und die Böden sind wahnsinnig fruchtbar. Es fehlt aber an verarbeitendem Gewerbe im Land, so werden viele Agrarprodukte exportiert.

mog.: Was hat dich am Meisten bewegt während deinem Einsatz?

Besprechung mit den Unternehmensleitung und Tandempartnerin Kerstin
Theresa: Es war gerade Regenzeit in Uganda. So kam es, dass ich mir dachte bevor meine Schuhe nass werden, ziehe ich lieber Flip-Flops an. Musste dann aber feststellen, dass ich in den nassen Schuhen kein Halt hatte. Deswegen bin ich dann barfuß im Regen gelaufen. Das macht man viel zu selten, also barfuß im regen laufen. Wie man den Boden so spürt, habe ich mich mit dem Kontinent total verbunden gefühlt. Mir ist da klar geworden, dass ich Teil vom großen Ganzen bin.

Auch als wir Kleinbauern besucht haben und bei der Herstellung von Kaffee dabei waren. Dort waren wir wirklich inmitten der Familie, die Kinder sind um uns herum gesprungen und die Mutter hat an der Feuerstelle gekocht. Das war auch einer der Momente, in denen ich mich mit dem afrikanischen Kontinent sehr verbunden gefühlt habe.

mog.: Was konntest du bewegen?

Theresa: Sehr viel. Wir haben eine ABC-Kunden Analyse durchgeführt, den Grundstein für das Customer-Relationship-Management Tool gelegt, eine Budgetplanung aufgestellt, die Kostenstellen neu strukturiert und so weiter.

Aber es ist auch gut, dass Kerstin noch einen weiteren Monat vor Ort ist, da in einem Monat einige Dinge nicht umzusetzen sind.  Zwei Monate sind hier wirklich hilfreich. Wer die Möglichkeit dazu hat, dem würde ich das auf jeden Fall empfehlen.

Vielen Dank für das Interview, und dass du deine persönlichen Eindrücke mit uns geteilt hast.

Freitag, 26. Juli 2019

YEPI a Youth Empowerment Program Initiative

Good news have reached us.

Charles Msilaga, Director of YEPI Mombasa, was elected as youth Director of Kenya National Chamber of Commerce and Industry. Congratulation!


Not willing to let unemplyoment, poverty an violent extremism define their day to day life, YEPI was founded in 2014 with the vision to enable economic opportunities for young people in the Coast Region.
In three designed programs they coach entrepeneurship, leadership and sustainability.

Talking about the future
It was a huge honor that we were able to support YEPI with one of our managers.
And now, hearing from Charles succsses makes us immensly proud of the progress they undertook.

Taking into consideration that, YEPI has 79 conducted Trainings, created more than 200 jobs and empowered 2500 young people.



We are currently working on a new project with YEPI and are very excited what our cooperation holds in the future.

Stay tuned for further updates.




Donnerstag, 18. Juli 2019

Sprechen wir über Afrika...

 ...mit Gregor Walter.

Mog.: Für die, die dich noch nicht kennen, stell dich einmal vor.

Gregor: Ich heiße Gregor Walter, bin 47 Jahre alt, verheiratet und habe einen neun jährigen Sohn. Und habe nach dem Abitur als Programmierer gearbeitet und habe 2000 eine eigene Softwarefirma gegründet und habe diese 18 Jahre geführt. War zuletzt jetzt mit managerohnegrenzen in Uganda in einem Ingenieurbüro für Wasser, Strom und Solar.
Das Team und Gregor
Mog.: War das dein erster Aufenthalt in dieser Form? ( Untekunft, Komfort ect)

Gregor: Ich war zwar schon im Ausland, aber in dieser Form war das mein erster Aufenthalt.
Kampala, als lebendige, quirlige Hauptstadt von Uganda, war schon eine Umstellung und intensive Erfahrung mit sehr viel Stau, sehr vielen Leute und auch schlechter Luft - da musste ich mich erstmal dran gewöhnen. An sich hatte ich aber eine schöne Zeit und habe mich auch sehr wohl gefühlt.

Mog.: Was für Unterschiede, zwischen der deutschen und Ugandischen Kultur, sind dir aufgefallen?

Gregor: Die Leute in Uganda sin sehr nett, höflich, sehr offen, ich wurde immer willkommen geheißen und immer wurden Hände geschüttelt mit "How are you?". Ich wurde überall freundlich behandelt was sehr angenehm war. Die Menschen haben mich am meisten beeindruckt.

Mog.: Konntest du für dich etwas mitnehmen, von den Eindrücken, der Mentalität der Menschen?

Gregor: Als ich dann nach vier Wochen wieder in Frankfurt gelandet bin war ich erstmal total perplex wie alles so sauber, ordentlich und gut organisiert ist und alles funktioniert so total reibungslos, wenn man dann mal in Afrika ist läuft vieles nicht so reibungslos und dauert oft einfach länger, da gewöhnt man sich aber dran. Das Zeitgefühl ist einfach ganz anders. Da war ich dann total geflasht wie pünktlich und bequem hier alles funktioniert.

Auf der andren Seite ist man viel gelassener zum Beispiel: Ich stehe also auf der Rolltreppe und hinter mir meckert jemand wie langsam doch die Rolltreppe sei. Und Ich denke mir nur so was soll das? (lacht)

Die Leute in Uganda, das hört sich jetzt wie eine Plattitüde an, aber obwohl sie so wenig haben beklagen sie sich nicht und wirken zufrieden. Hier sind die Leute oft schlecht gelaunt und nörgeln – nicht alle, aber immer mal wieder.

Mog.: Was glaubst du sind die größten Herausforderung für Uganda, von deiner Perspektive aus, auch mit deinem beruflichen Hintergrund? 

Uganda Hochzeit traditionelle Kleidung
Ugandische Frauen auf einer traditionellen Hochzeit
Gregor: Es gibt extrem wenig Infrastruktur und produzierendes Gewerbe. Die meiste Landwirtschaft ist aus dem Niveau von vor mehreren hundert Jahren. Es gibt Handwerker die klempnern, schweißen und schrauben können aber es gibt wenig professionelle Firmen, wenig Mittelstand, wenig Unternehmen die etwas gescheit machen.
Eine Herausforderung ist auch das fehlende Kapital, es braucht Kapitaleinsatz für Maschinen oder LKW´s. Auch in meinem Projekt haben wir uns nach einem Kredit in der dortigen Bank erkundigt. Wir hätten wohl einen bekommen - Kosten zwei Prozent. Das ist eigentlich OK dachte ich mir. Da meint mein Projektpartner: „nee die zwei Prozent sind pro Monat.“ Und das summiert sich dann auf, mit Zins und Zinses Zins, so dass das dann 26 % im Jahr sind.

Mog.: Was ist Ugandas größte Chance?

Gregor: Es gibt dort viele Chancen, auch gerade als Unternehmer gibt es viele Chancen.
Bildung wird als sehr hohes Gut angesehen, Eltern die ihren Kindern eine Bildung ermöglichen sparen sich das vom Mund ab. Aber und wenn die Kinder dann fertig studiert haben tun sich viele sehr schwer, einen Job zu finden.
Das Land ist sehr fruchtbar aber es wird nicht effizient bewirtschaftet. Aus unterschiedlichen Gründen wie fehlendes Know-How oder Kapital. Wenn es professionelle Landwirtschaft gibt, ist die auch oft im Besitz Nicht-Einheimischen.

Mog.: Was hat dich während deines Einsatzes am meisten bewegt?

Gregor: Die Armut der Menschen. Wenn man in der Stadt ist, ist es nicht so schlimm aber wenn man da aufs Land fährt und sieht unter welchen Bedienungen die dort leben, ohne Wasser, Strom, kein Zugang zu Bildung oder ärztlicher Versorgung, wird einem nochmal klar wie privilegiert wir sind. Es ist bestimmt auch besser geworden, aber die Leute, haben wenig Wahlmöglichkeiten wenig Entwicklungsmöglichkeit. Wenn man die Armut sieht macht einen das irgendwie fertig.

Mog.: Was konnten Sie in Ihrem Projekt bewegen?

Gregor: Die beiden Hauptbereiche die ich mit der Firma angegangen bin waren Organisation und Marketing.
Die Organisation war wirklich sehr schlecht. Deswegen bin ich froh, dass wir die Qualität der Dienstleistung und Effizienz steigern konnten. Zum Beispiel sollte eine Solarpumpe installiert werden, was normalerweise vier Tage braucht, wir haben es in einem Tag geschafft dank der richtigen Vorbereitung. Für die Mitarbeiter war das super, der Kunde war begeistert - das war wirkliche eine kleine Erfolgsgeschichte. Auch im Marketing haben wir viel erreicht – gerade Facebook bietet auch für Unternehmen eine große Chance um Kunden zu erreichen.

Vielen Dank für das Interview, und dass du deine persönlichen Eindrücke mit uns geteilt hast.